Startschuss für die "Fliegerkiste"

Symbolischer Spatenstich zum Baubeginn der bundesweit bisher einmaligen Kindertagesstätte

Bei strahlendem Sonnenschein erfolgte am 18. Mai der erste Spatenstich für die „Fliegerkiste“ - der gemeinsam getragenen Kindertagesstätte der Karl Knauer KG, der Hydro Systems KG sowie der Gemeinde Biberach. Die Bauarbeiten beginnen in Kürze, Anfang 2011 ist das Gebäude bezugsfertig.

Der Weg hatte 2007 mit dem Nachdenken darüber begonnen, wie die Gemeinde der Nachfrage nach Krippenplätzen entsprechen solle. Vor zwei Jahren fanden dann die ersten Gespräche mit den Geschäftsführern der Firmen Karl Knauer KG und Hydro Systems KG statt. Diese hatten bei ihren Arbeitnehmern öfter erlebt, welche Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Erziehung und Beruf bestehen. Im August 2008 hatte dann auch der Biberacher Gemeinderat das Vorhaben abgesegnet. Alle Beteiligten sind sich sicher, dass diesen Weg der gemeinsamen Trägerschaft mit örtlichen Firmen noch viele Kommunen beschreiten würden.
Für Barbara Huttegger, geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Hydro, war der Spatenstich etwas ganz Besonderes und freute sich auf die Realisierung der „Fliegerkiste“, in der die Kinder in einem intakten Umfeld aus Familie, Gemeinde und den Arbeitgebern der Eltern heranwachsen dürften. Es käme darauf an, sie zu verantwortungsbewussten und stets neugierigen Menschen zu erziehen, die vor allem auch lernten, Aufgaben gemeinsam zu lösen, so Huttegger. Die Kindertagesstätte sei aber auch für den Betrieb selbst wichtig: „Nur wenn die Eltern sicher sind, dass ihre Kinder gut versorgt werden, können sie am Arbeitsplatz ihre Leistung erbringen“, erläuterte Huttegger.
Für die Firma Karl Knauer betonte der geschäftsführende Gesellschafter Richard Kammerer die Harmonie zwischen allen Beteiligten.  Alle Entscheidungen seien einstimmig gefallen, so Kammerer, der hoffte, dass sich dieser Geist auch auf alle später in der „Fliegerkiste“ Tätigen übertragen werde.
Bis die „Fliegerkiste“ offiziell eingeweiht werden kann, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Anfang 2011 soll das Gebäude bezugsfertig sein. Es bietet dann Platz für zwei Kleinkindgruppen für jeweils zehn Kinder ab sechs Monaten und für eine Regelgruppe mit 20 Drei- bis Sechsjährigen. Geöffnet ist die Tagesstätte voraussichtlich von 7 bis 18 Uhr, auch in den Ferien wird, mit Ausnahme der Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, durchgehend betreut.
Stephan Seißinger, Projektmanager der Kinderzentren Kunterbunt mit Sitz in Nürnberg, dem Betreiber der Kindertagesstätte, erläuterte auf Nachfrage, dass auf Grund der bisherigen Erfahrungen voraussichtlich erst einmal die Krippe ausgebaut werde. Mit dem Start der Regelgruppe rechnet Seißinger im September 2011. „Kunterbunt“ ist aus einer Elterninitiative heraus entstanden und gilt vor allem als Spezialist für gewerbliche Kinderbetreuung, wobei viele Kliniken zu den Auftraggebern zählen, aber auch schon mit Kommunen zusammengearbeitet wurde. Neben der Bewältigung von administrativen Aufgaben gehören Ausbau und Einrichtung der Gebäude in den Zuständigkeitsbereich von „Kunterbunt“. Pädagogisch, so Seißinger, verfolgen die Kinderzentren einen situationsorientierten Ansatz, der sich an den jeweiligen Bedürfnissen vor Ort ausrichtet.